Schrei

Ein Albtraum, aus dem es kein Entrinnen gibt …
»Die einen nennen es Unglück, die anderen nennen es Mord. Ich nenne es Schicksal.«

Es sind schwüle Tage im August, als Lulu ins Internat am See zurückkehrt. Aber ihr graut vor dem bevorstehenden Schuljahr. Nicht nur, dass ihre beste Freundin plötzlich wie besessen Todesszenen zeichnet und Lulu fies gemobbt wird. Ausgerechnet Niko geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, obwohl sie doch eigentlich glücklich mit Lars zusammen ist. Lulu muss sich endlich entscheiden, wen sie wirklich liebt, bevor es zu spät ist …

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corinna am 22.05.2015
Wenn ich zurückdenke, "als ich noch jung war", habe ich Geschichten wie "Schrei" geradezu verschlungen. Internatsschüler, Intrigen, Eifersucht, Streitereien... lauter so gemeine Sachen - genau meins! Lulu ist eigentlich eine Berliner Stadtpflanze, die man aus heiterem Himmel auf ein Internat aufs Land "pflanzt". Doch so richtig kann sie sich daran nicht gewöhnen. Sie ist beliebt, sportlich und hübsch - da ist Neid natürlich vorprogrammiert. Wie üblich ist sie mit ihrem Gegenstück, in diesem Fall Lars, zusammen. Allerdings fühlt sie sich von ihm eingeengt und unverstanden, eigentlich passen sie gar nicht zueinander. Niko, Lars bester Freund, passt da schon eher zu ihr. Er ist einfühlsam, lieb und außerdem hat er eine Gitarre und singt!!! In diesem Alter ein kaum schlagbares Argument. Weil sie sich nicht entscheiden kann und will, führt sie mit beiden eine Beziehung. Doch schon relativ schnell brodelt die Gerüchteküche. Nach den Sommerferien kommt es nicht nur zu einer Entscheidung in Liebesdingen, sonder zum absoluten SHOWDOWN. Einen Teil der Geschichte macht die Erzählung (in der dritten Person) von Lulu aus. Zwischendurch wird aus der Sicht (in Ich-Form) ihrer Mitschüler erzählt. Ungehemmt lästern sie über das 17-jährige Mädchen und lassen ihrem Frust und iher Häme freien Lauf. Nicht jeder von ihnen hat eine Rolle in dem folgenden Drama, aber zumindest ergibt sich am Ende ein schlüssiges Bild und auch andere offene Fragen werden dadurch beantwortet. Die Geschichte beginnt mit Heiko, der von dem Drama eigentlich gar nichts mitbekommen hat. Doch so weiß der Leser schon zu Beginn, dass etwas sehr schlimmes passieren wird. Es hat also jeder Erzähler seine Berechtigung in der Geschichte. "Die Internatsleitung schickte uns alle nach Hause. Sie haben die Schule dicht gemacht, und dann haben sie gesagt, vielleicht für immer." Lulu wird aber nicht nur gemobbt sondern auch gestalkt. Die Ereignisse fließen zwar ineinander, aber durch die Erzählungen der Einzelnen wird klar, das hier mehrere Täter am "Werk" sind - nicht unbedingt Schüler des Internats... Die Hälfte des Buches war mir überhaupt nicht klar worum es eigentlich geht, was einen sehr großen Teil der Spannung ausgemacht hat - die totale Sogwirkung. Was Mobbing angeht, dürften sich die Jugendlichen heute mehr ansprochen fühlen, als ich in dem Alter. Daher trifft Eric Berg mit diesem aktuellen Thema den Zahn der Zeit. Wo früher nur hinter hervorgehaltener Hand getuschelt wurde - im schlimmsten Fall "Stille Post" - wird heute via Internet ganz groß aufgefahren. Meiner Meinung nach, hat Lulu am Ende genau das Richtige getan. Doch wird es ihr auch das Leben retten? Nach einem stetigen Spannungsaufbau, hat das Buch sehr abrupt geendet. Allerdings gab es nach dieser schrecklichen Tat, auch nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich empfehle den Roman aus vielerlei Hinsicht: spannend, aktuell, tiefgründig. Außerdem optimal für Jugendliche, für die ein Buch gerne etwas weniger Seiten haben darf.
Niklas am 22.02.2015
»Die einen nennen es Unglück, die anderen nennen es Mord. Ich nenne es Schicksal.« Es sind schwüle Tage im August, als Lulu ins Internat am See zurückkehrt. Aber ihr graut vor dem bevorstehenden Schuljahr. Nicht nur, dass ihre beste Freundin plötzlich wie besessen Todesszenen zeichnet und Lulu fies gemobbt wird. Ausgerechnet Niko geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, obwohl sie doch eigentlich glücklich mit Lars zusammen ist. Lulu muss sich endlich entscheiden, wen sie wirklich liebt, bevor es zu spät ist … Das Buch beginnt direkt spannend, indem einer der Internatsschüler Aussagen macht. Die Handlung wird immer wieder durch diese Aussagen von unterschiedlichen Schülern unterbrochen. Diese (inneren (?)) Monologe wirken dabei als Rückblenden und machen dadurch das Buch umso spannender. Die Handlung selbst ist auf den ersten Blick recht einfach angelegt, doch wird zunehmend verstrickter. Viele Personen, bei denen man nicht weiß, stimmt das, was sie sagen, lenken den Verdacht des Lesers immer wieder auf den anderen. Auch wenn man zwischendurch auf der richtigen Fährte ist, wird diese kurz vor dem Showdown wieder vertuscht. Die Charaktere sind gut angelegt und Lulu als Hauptprotagonistin überzeugend. Die Handlung verläuft eben auch durch die Aussagen den Schüler immer spannend und der Autor schafft es auch, geschickt falsche Fährten und Wendepunkte im ganzen Geschehen auszulegen ;-). Das Ende selbst kommt dann zwar etwas plötzlich, doch das ist völlig in Ordnung und passend zum ganzen Buch. Auch deshalb geht auf den 160 Seiten die Spannung nicht verloren. Etwas dramatisch und leicht überzogen ist der Showdown zwar, doch alles noch im Rahmen der Realität. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und bei den Aussagen der Schüler deren Alter angepasst und somit glaubwürdig. Interessant und unheimlich finde ich das Cover: mir springt es sofort ins Auge und ich finde es sehr passend zum Inhalt des Buches! Fazit: Ein wirklich lesenswerter (Psycho-)Thriller mit überzeugenden Charakteren und spannender Handlung!
kvel am 20.01.2015
Unterschiedliche Sichtweisen, Eindrücke und Hintergründe. Inhalt: Die Jugendliche Lulu kehrt nach den Sommerferien in ihr Internat zurück. Lars ist ihr Freund. Aber dessen Freund Niko hat es ihr auch angetan. So ist sie in einem Gewissenskonflikt. Lulu wird oder fühlt sich gemobbt. Und es war etwas geschehen. Auszug aus der Umschlaginnenseite: "Das ist nicht wie bei Brandstiftern oder so. Da gab es keinen, der das Feuerzeug unter die Gardine gehalten hat, und alles ging in Flammen auf. Das ist eher wie - wie - wie bei einer Brücke, über die 100.000 Laster fahren, und irgendwann stürzt sie ein. Kann man da sagen, der Laster mit der Nummer 16.915 ist schuld oder der Laster mit der Nummer 67.282? Oder 99.999? Eher nicht, oder?" Meine Meinung: Mich haben die schönen Formulierungen des Autors fasziniert: "Sie hatte nichts für das Landleben übrig, hatte ihr ganzes junges Leben in Berlin zugebracht ... Das lag an dieser Geräuschlosigkeit. Denn für das an Stimmengewirr und Verkehrslärm gewohnte Großstadtkind Lulu waren Vogelgezwitscher, das Brausen des Windes und das Knarren der Bäume keine Unterbrechung der Stille, sondern eine Betonung derselben." (S. 15) Oder "Doch die Zukunft konnte man nicht einfach wegweinen ... man konnte sie nur durchstehen." (S. 19) Die Geschehnisse werden in einzeln Kapiteln in Rückblenden erzählt. Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht von unterschiedlichen Personen geschrieben. Auch die Ausdrucksweise ist somit in jedem Kapitel anders: manchmal war der Schreibstil von fehlenden Subjekten geprägt; dann wieder wird sehr detailliert berichtet. Und inhaltlich erzählen die Jugendlichen ihre ganz unterschiedliche Sichtweise: mal wurde von Zuneigung und Verständnis berichtet; ein anders Mal war der Neid, die Missgunst oder der Hass herauszulesen. "Von überall heiß es, Lulu ist ja so hilfsbereit. Hallo? Wo ist das Brechmittel?" (S. 80) Diese unterschiedlichen Darstellungen bewirken, dass der Roman mit jedem Kapitel spannender wird. Es geht um Mobbing und Sich-ungerecht-behandelt-gefühlt. Wie dann eins zum anderen kommt. Und wie sich die Sache dann immer mehr ausbreitet. Bis dann etwas Schlimmes passiert, was eigentlich keiner wirklich wollte. Fazit: Spannender und abwechslungsreich zu lesender Jugendroman. 4 Sterne (von max. 5 Sternen)
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Autor

Eric Berg ist das Pseudonym des deutschen Schriftstellers Eric Walz. Mit seinem Debütroman „Die Herrin der Päpste“ landete er einen großen Erfolg. Sein Roman „Das Nebelhaus“ und der Nachfolgeband "Das Küstengrab" standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Eric Walz lebt in Berlin und auf Gran Canaria. Sein erstes Jugendbuch „Schrei“ erschien 2015 bei bloomoon. „Kalt“ ist sein zweiter Krimi für Jugendliche.

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